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Stand: 2020-01-07
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Ivan Kulnev

Katyn - gestern und heute


Die Veränderungen der offiziellen Einstellungen der sowjetischen/russischen Elite zum Thema Katyn im Laufe der politischen Wandlungen in der Sowjetunion/Russland
1., Aufl. 2013. 48 S. 220 mm
Verlag/Jahr: BACHELOR + MASTER PUBLISHING 2013
ISBN: 3-9554941-7-9 (3955494179)
Neue ISBN: 978-3-9554941-7-9 (9783955494179)

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Im Frühjahr 1940 begann auf dem Territorium der Sowjetunion der sowjetische Geheimdienst NKWD eines der schrecklichsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts - die aussergerichtliche Ermordung von fast 22.000 polnischen Offizieren. Die Wahrheit über dieses Verbrechen wurde während der gesamten Nachkriegszeit von den sowjetischen Machthabern streng geheim gehalten.
In der vorliegenden Arbeit wird der Prozess der Entwicklung über die offizielle Haltung der sowjetisch/russischen Elite, angefangen in der chrustschowschen Ära bis in die heutige Zeit, verfolgt. Viel Wert wird vor allem auf die Aufklärung der Gründe und den Faktoren gewidmet werden, die die daraus resultierende Entwicklung begünstigten. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung liegt in den aktuellen russischen Beziehungen zum Thema Katyn´ und soll vor allem die Frage beantworten: Wie sehen die Grundpostulaten dieser Politik aus, welche Ziele werden dabei verfolgt?
Ungeachtet der Anerkennung der Massenerschießung der polnischen Offiziere und die Übernahme der Verantwortung für dieses Verbrechen von sowjetischer Seite im Jahr 1990 ist die Angelegenheit von Katyn´ auch heute, nach nun mehr 70 Jahren, noch immer nicht gelöst. Das Verbrechen von Katyn´ ist bis heute noch nicht juristisch anerkannt, denn weder die Vollstrecker dieser Morde sind namentlich bekannt, noch sind ihre Opfer jemals rehabilitiert worden. Die noch unbeantworteten Fragen beim Verbrechen von Katyn´ vergiften die russisch-polnischen Beziehungen und säen die Saat des Misstrauens zwischen den zwei Völkern.
Weiterhin wird in dieser Studie die These aufgestellt, dass von der Lösung der Katyn´- Frage auch die russische Zukunft selbst abhängt: Wird Russland den Weg der Demokratie gehen, indem es das Verbrechen von Katyn´ juristisch anerkennt und sich damit zur Überwindung des Stalinismus in Politik und Gesellschaft bekennt? Oder wird es - in Ablehnung einer demokratischen Wegrichtung - in alten sowjetischen Mythen und Dogmen gefangen bleiben?
Alle diese Frage führen in ihrer Gesamtheit zum Verbrechen von Katyn´, das nach wie vor ein äußerst aktuelles Thema ist.
B.A. Ivan Kulnev, geb. 1985 in Woronesh (Russland). Sein erstes Studium der Geschichte wurde mit Auszeichnung an der staatlichen Universität Woronesh absolviert. Sein zweites Slawistik Studium (B.A. Polonistik/Russistik) an der Universität Potsdam schloss der Autor im Jahre 2013 mit dem akademischen Grad des Bachelor of Arts erfolgreich ab. Bereits während des Studiums sammelte der Autor in den Gedenkstätten und Museen (Sachsenhausen, Leistikowstrasse, Topographie des Terrors ) umfassende praktische Erfahrungen zu den Themen Erinnerungskultur, Aufarbeitung der Geschichte, Vergangenheitsbewältigung und Stalinismus.